Zu Hause im Dschungel

Ende 2019 habe ich mich zur Unruhe gesetzt. Zwei Jahre im Kunstmuseum Stuttgart waren aufregend und spannend, aber am Ende des Tages selbst für mich zu blond. Und außerdem starte ich 2020 in der AK M60, da muss ich auftrainieren! Wer weiß, ob ich in 10 Jahren noch Lust dazu habe. Oder inzwischen irgendeinem Unfug zum Opfer gefallen bin. Im Januar habe ich mich im Fitnessstudio angemeldet und bin dort quasi eingezogen, bis dann Mitte März Schluss mit lustig war. Seither hopple oder radle ich wieder an der frischen Luft, obwohl bei schönem Wetter die Einhaltung von 2 Meter Abstand die Slalomkünste einer Rosi Mittermaier erfordern. Auf dem Neckar-Radweg zwischen Marbach und Ludwigsburg-Hoheneck gibt es zeitweise Blockabfertigung. Mein genialer Plan, die AK 60 aus dem Stand aufzurollen, hat sich damit schon vor Saisonbeginn erledigt. Die anderer Hobbyletten haben dieses Jahr auch Trainings-Kilometer ohne Ende… An den Ruhetagen widme ich mich der Handarbeit. Nach dem Pullover im Muster der Seehasen-Bahn Singen-Radolfzell wurde auch der Regionalbahn-Pullover fertig, bevor der Frühling endgültig ausbrach:

 

Nach dem Ende meiner Karriere als Sesselfurzer hatte ich eine schöne Sammlung an Selbstbindern übrig, für die ich auch schon eine Idee hatte. Im Stoffgeschäft meines Vertrauens kaufte ich einige Meter Futterstoff und Bügelvlies und machte mich an die Arbeit. Den ersten Prototyp schneiderte ich aus zwei Krawatten, um die es nicht arg schade war:

Dilb

Mit der Erfahrung aus diesem Projekt wagte ich mich an die edleren Stücke mit den Dschungel-Motiven. Eines davon habe ich während meiner italienischen Phase in Verona gekauft, das andere während meiner vorgetäuschten Hochzeitsreise in Windhoek. In Wirklichkeit war ich in Windhoek zu einem Vorstellungsgespräch gewesen, das wollte ich meinem damaligen Chef aber nicht auf die Nase binden. Und weil ich in der Woche zuvor geheiratet hatte, habe ich ihm erzählt, wir hätten die Hochzeitsreise gewonnen, die der Regensburger Kaufleuteverband für das schönste Brautpaar des Jahres ausgelobt hatte. (Als ich ein Jahr später gekündigt habe, fragte ich, ob er das denn geglaubt hätte; er sagte ja. Dabei war der nicht mal blond!) Ich hatte allerdings riskiert, dass mein Chef meiner Frau über den Weg läuft, mit der ich vorgeblich am Flittern war. In dem Fall hätte ich mich damit herausgeredet, dass die schon mal in Afrika war…

Die Entstehung der zweiten Weste habe ich in einem „making of“ Video dokumentiert. Unter Verwendung eines Stativs und zweier Kameras im Wechsel (wegen Akkulaufzeit) entstanden knapp 100 Minuten Videomaterial. Weil nach der Kjartansson-Ausstellung kein Schwein den Nerv hat, sich das anzusehen, haben ich nach der Schneider- die digitale Schere angesetzt und weite Teile auf 4-fache Geschwindigkeit beschleunigt. Hier das Werk:

Über Günter

Manager und Triathlet
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